Ein langer Tag

Nachdem Nancy und ich uns neulich schon zusammengesetzt hatten um Kostüme, Frisuren und Makeup für die Schauspieler zu planen, ließen wir gestern auf Worte Taten folgen. Also machten wir uns in aller Herrgottsfrühe (10.30 Uhr) auf, um im Eastgate den dm leerzukaufen.
Für mich sind Makeup und Kosmetik ja wie böhmische Dörfer (gut, es wäre vermutlich auch besorgniserregend, wenns anders wäre) und so war es ganz gut, dass ich sie als Einkaufsberater bei mir hatte. Es sah dann auch weniger komisch aus - obwohl mich manche Kunden mit diesem seltsamen, milden Lächeln anschauten, als ich tapfer den Einkaufskorb hielt, in den Nancy einen Kosmetikartikel nach dem anderen legte. Manchmal würde ich gern Gedanken lesen… Naja… Vielleicht auch nicht.

Der große Schock kam dann später. Nein, nicht an der Kasse. Ich war moralisch schon drauf vorbereitet worden und stand das nicht enden wollende Einscannen von Mascara, Eyelinern, Concealern, Pudern, Pinseln, Quasten, Q-Tips und Pflegeprodukten verschiedenster Couleur mannhaft durch. Doch als wir vollbepackt im Parkdeck ankamen, fiel meinem geschulten Auge auf, dass da etwas nicht stimmte. Und so standen wir beide mit offenem Mund, suchendem Blick und schlotternden Knien vor einer leeren Parklücke. “Ey Mann, wo isn mein Auto!?”
Mit Angstschweiß auf der Stirn suchten wir das ganze Parkdeck ab. Nichts. Nada. Niente. Ich überlegte, ob jemals ein Auto aus einem Parkdeck gestohlen wurde und wollte schon einen spektakulären Suizidversuch starten. Glücklicherweise kam uns in diesem Moment die rettende Idee: “Vielleicht ist es ja ein Parkdeck höher!” Also machten wir uns auf und begaben uns auf Parkdeck 2. Und oh Wunder: Da stand es. Ich weiß bis heute nicht, wie es dahin gekommen ist……. Egal. Ich hatte mein Auto wieder und wir konnten direkt zum Meeting mit der Maskenbildnerin fahren.
Meeting mit Kasia
Nachdem es einige Probleme mit der Visagistin gab, bekam ich von Alex einen Tip. Er empfahl mir Kasia Spiewak, die schon bei seinen letzten beiden Filmen die Maske gemacht hatte. Für das Meeting nahm ich mir Nancy gleich mit, damit sie Kasia erklären konnte, was wir uns überlegt hatten. Und da sie der Sach kundig war, konnte sie das sowieso besser als ich.
Schon auf den ersten Blick wussten wir, dass unsere Schauspieler in guten Händen sein würden. Und auch im anschließenden Gespräch hat uns Kasia voll und ganz von ihrer Erfahrung überzeugt. Damit ist wieder ein Schritt nach vorne getan. Ich bin mittlerweile schon recht hibbelig, da es ab nächste Woche ja los geht und es dann endlich heißt: “Szene 23, Take 4, die Erste!”